Dakar 2016 am Wendepunkt

Die zweite Hälfte soll anspruchsvoller werden

Dakar 2016  am Wendepunkt: Die zweite Hälfte soll anspruchsvoller werden
Erstellt am 11. Januar 2016

Dakar 2016 Ruhetag

Zur Halbzeit der Rallye ist die Dominatz der Peugeot Buggys fast erdrückend. 

17 Minuten ist der Nasser Al Attiyah der beste 4x4 hinter dem führenden Peugeot zurück. 

Peugeot hat 2015 ein Fiasko erlebt (als Werk 11. Platz mit dem Besten Auto). Nun mit dem neuen Auto ist man so überlegen wie es Niemand erwartet hätte.

Woher kommt diese Dominatz?

- Das FIA Buggyregelwerk ist eigentlich für Privatfahrer gemacht die ein güstiges Fahrzeug für die Dakar bauen wollen. Der Buggy ist an vielen Stellen des Regelwerks bevorteilt. Er darf weniger Gewicht haben, die Motoren dürfen mehr Leistung haben und der Buggy darf eine Reifendruckregelanlage an Bord haben.

- Peugeot kommt nun als Werksteam mit einem Jahresbudget von Schätzungsweise 15 Mio € und nutz die Vorteile für sich was absolut legitim ist. Die haben ein völlig neues Auto gebaut und sie gehen mit 37 Zoll Rädern und der Fahrwerksaufhängung am Getriebe neue und teuere high tech Wege. 

- Die Fahrer: Während Mini und Toyota mit Nasser Al Attiyah und Giniel De Villiers je nur einen Top Fahrer haben. Hat Peugeot mit Peterhansel, Sainz und Loeb gleich drei davon. "Nasser könnte locker 3 Min näher dran sein wenn er nicht die Reifepanne gehabt hätte, andere Top Fahrer in der Liga hat Mini nicht" so Peterhansel.  

- Die Strecke: Der Buggy ist wegen seiner langen Federwege (60cm) und wegen seiner Topspeed 195Km/h vor allem dann gut wenn es lange gerade aus geht. Die ASO (Veranstalter) hat in der ersten Woche extrem viel Strecken mit sehr langen Geraden eingebaut "gerade so als wolle man Peugeot einen Gefallen tun" so X-Raid Teamchef Sven Quandt.

 

Dakar die erste Hälfte

Die erste Hälfte der Dakar war völlig ohne Dünen so was gab es noch nie. "Das ist bisher die langweiligste Dakar die ich je gefahren bin" so Mini Copilot Andreas Schulz. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. 

Alle Fahrer und Copiloten die wir befragten sind sich einig: "Für Feldweg- und Schotterpistenfahren sind wir nicht her gekommen" so Jürgen Schröder.  59 Autos haben ihre Nennung zurück gezogen als bekannt wurde das Peru nicht teil der Rallye ist. "Ohne Peru und/oder Chile sind nicht genug Dünenetappen bei der Dakar" so Sven Qunadt. Ein weiteres Ärgernis ist die erschlagende Anzahl von "DZ" Zonen (Gestern waren es 50) in denen ein Speedlimit beachtet werden muss. "Mittlerweile ist die Hauptaufgabe der Copiloten darauf zu achten das nie zu schnell gefahren wird während die Navigation kaum noch eine Rolle spielt weil fast alles abtrassiert ist" so Phillipp Beier Copilot auf dem X-Raid T4 Truck.

Natürlich war die erste Hälfte der Dakar auf improvisierten Strecken (wegen der Absage von Peru) und den Kredit muss man der Veranstaltung geben, nach dem Motto ab Morgen wird alles besser. Aber das Maß an unzufriedenheit unter den Teilnehmern ist ungewöhlich hoch. Wenn sich nichts ändert werden wohl einige Fahrer 2017 nicht mehr antreten.

 

Am Horizont Kommt entsteht eine Neue Legende?

"Was die ASO hier macht ist bisher Pure PR für die SilkWay Rallye",  so ein Teammanager. Die SilkWay von Moskau nach Peking erscheint immer Attraktiver. 10.500KM davon deutlich mehr als 50% in Wertung. Durchquert mit der Gobi die zweitgrößte Sandwüste der Welt. Güstigeres Startgeld und gerigere Logistikkosten. Dazu eine Distanzrallye mit Start in Moskau und Ziel in Peking ist auch für Sponsoren interessant. 

 

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